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Begegnungen - Menschen und Orte (Arrivées - hommes et lieus, People who and places which have befallen me)

 

 

Giovanni Battista Piranesi (1720-1778), Vedute di Roma, Santa Maria Maggiore (aus einer sieben Blätter umfassenden Privatsammlung in Rom)

 

Begegnungen - Menschen und Orte - Arrivées - hommes et lieus - People who and places which have befallen me

Schloss Hohenlimburg - Schloss Hohenlimburg, eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Dynastenburg der Grafen von Isenberg-Limburg, später der Grafen von Neuenahr und der Grafen von Bentheim und der Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg im Süden Westfalens war für H. Klueting seit seinem sechsten Lebensjahr das Elternhaus. Hier, in dieser alten, von einem - damals - verwilderten Schlosspark und von weiten, wildreichen Wäldern umgebenen Burg erlebte er eine traumhaft-schöne, an Joseph von Eichendorff (1788-1857) ("O Täler weit, o Höhen") und an dessen Schloss Lubowitz in Schlesien erinnernde Kindheit und Jugend. Hier wuchs er auf inmitten der Schätze eines historischen Museums und in täglichem Kontakt mit den Beständen einer beachtlichen Bibliothek, die ihn früh mit historischen Werken in Berührung brachte, denen andere - wenn überhaupt - frühestens im Studium begegnen.  Heute - inzwischen selbst im Besitz einer rund 15.000 Bände umfassenden Bibliothek - erfüllt es ihn mit tiefem Schmerz, wenn er, um an diese Stätte zurückzukehren, eine Eintrittskarte erwerben muss. Dieser historische Ort seiner Kindheit und Jugend eröffnete schon dem zwölf- bis vierzehnjährigen Schüler das Interesse an der Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und führte wie selbstverständlich zum Studium der Geschichte.

An diesem Ort - Schloss Hohenlimburg - las H. Klueting mit Hingabe Friedrich Hölderlin und Rainer Maria Rilke, aber auch Goethe, Novalis, Jean Paul, Homer in der 1960 erschienenen Ausgabe der Übersetzung des Grafen Friedrich Leopold zu Stolberg, Karl Kraus, Hugo von Hofmannsthal, Franz Kafka, Robert Musil, Hermann Broch, Franz Werfel, Thomas Mann und Max Frisch, Fedor Dostoevski und Leo Tolstoi, Denis Diderot, Stendal, Honoré de Balsac, Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud und Emile Zola und was immer die Taschenbuchproduktion der sechziger Jahre hergab und die örtlichen Buchhandlungen von Arno Steglich und Woldemar Schmidt oder die Buchhandlungen im benachbarten Hagen liefern konnten. Mit 16 saß er in der Abendsonne auf den Wehrgangmauern "seines" Schlosses, studierte Ernst von Asters "Geschichte der Philosophie" - unterstützt durch einen zweisemestrigen Kurs "Geschichte der Philosophie" abends in der Hagener Volkshochschule - und verschlang dort oben, die Welt um sich herum vergessend, Immanuel Kants "Kritik der reinen Vernunft" in der antiquarisch gekauften Ausgabe Leipzig 1924. Mit 18 kam die Entdeckung von Martin Heideggers "Sein und Zeit" - in der für 22,- DM erworbenen gebundenen Ausgabe des Tübinger Max Niemeyer Verlages von 1967 finden sich zahllose damals angestrichene Sätze wie diese: "Jedes Fragen ist ein Suchen. Jedes Suchen hat seine vorgängige Direktion aus dem Gesuchten her. Fragen ist erkennendes Suchen des Seienden in seinem Daß- und Sosein". In seinem Heideggerjahr 1967 verließ er - von Eltern und Lehrern unerwartet - vorzeitig das Gymnasium, das ihn intellektuell nicht mehr befriedigte und in dem er sich von seinen Kameraden und von den meisten Lehrern - nur der Deutsch- und Geschichtslehrer Klaus Hopfer (1915-2007) war eine Ausnahme - unverstanden fühlte und als mit seinen Fragen allein gelassen wahrnahm. Er "schmiss" die Schule, las im Sommer 1967 in den Wäldern um sein Schloss Martin Heidegger und wurde Buchhändlerlehrling - und kam, was das "Verstandenwerden" anbelangt, vom "Regen in die Traufe", wurde dennoch später Professor und Inhaber eines Lehrstuhls, aber nicht für Literaturwissenschaften oder für Philosophie, sondern nach dem Intermezzo einer ersten Promotion in Slavistik und nach langen Jahren als Professor der Geschichte - seiner ersten und beständigen Liebe entsprechend (dazu in diesem Abschnitt unten unter "Dr. theol. Karl Burkardt") - für Theologie im Fach Kirchengeschichte.

 Schloss Hohenlimburg und die Geschichte der 1808 mediatisierten Grafschaft Limburg hat H. Klueting in einer Reihe von Arbeiten behandelt, darunter Harm Klueting, "Daß sie ein Abspliß von der Grafschaft Mark ist, daran ist kein Zweifel": Die Grafschaft Limburg vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Mit einem Exkurs über die Anfänge der Freiheit Limburg. In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark (Witten) 93/94 (1995), S. 63-126; Harm Klueting, Ständewesen und Ständevertretung in der westfälischen Grafschaft Limburg im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur territorialen Verfassungsgeschichte Deutschlands in der Frühneuzeit. In: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 70 (1976), S. 109-201.

 Oberer Schlosshof von Hohenlimburg mit dem in H. Kluetings Kinderzeit nicht mehr vorhandenen Efeubewuchs am Bergfried.

 Fachwerkerker am Bergfried im Oberen Schlosshof von Schloss Hohenlimburg mit dem Eingang zum Torweg, der Verbindung zur Außenwelt außerhalb der von hohen Mauern umgebenen Burg. Durch diesen Torweg führte viele Jahre lang H. Kluetings täglicher Schulweg.

Pfarrer Dr. theol. Karl Burkardt (1902-1978), seit 1927 evangelisch-reformierter Pfarrer in Wiblingwerde (Nachrodt-Wiblingwerde, Märkischer Kreis) und seit 1933/34 in der Bekennenden Kirche - u.a. im Coetus reformierter Prediger um Karl Immer, dem reformierten Gegenstück zu Martin Niemöllers Pfarrernotbund - engagiert und  von 1937 bis 1971 Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hohenlimburg - der H. Klueting und seine Eltern nicht angehörten - weckte als promovierter Kirchenhistoriker (er war imstande, in lateinischer Sprache zu korrespondieren) und Verwalter der nicht unbedeutenden, heute im Archiv des Landeskirchenamtes in Bielefeld aufgestellten sog. "Möller-Bibliothek" schon dem zwölf- bis vierzehnjährigen Schüler die Faszination der Kirchengeschichte. Aber Karl Burkardt - von dem es heißt, dass er seinem katholischen Nachbarpfarrer von St. Bonifatius in Hohenlimburg mit Respekt begegnete - erzählte dem wissbegierigen Schüler nicht nur von Luther und Calvin, sondern auch von Thomas von Aquin und vom Mönchtum des Mittelalters. Es ging also schon damals um die "ganze" Kirchengeschichte, nicht um Kirchengeschichte in konfessioneller Engführung. In Verbindung mit der Religiosität der Eltern (siehe Porträtphoto im Abschnitt "Biographisches") - der Vater aus dem Luthertum kommend, die Mutter und die Großmutter dem freikirchlichen Pietismus Siegerländer Prägung verbunden - stand damit der Wunsch nach einem Studium der Theologie mit besonderem Interesse an der Kirchengeschichte fest, auch wenn sich dieser Wunsch damals noch ausschließlich auf die evangelische und noch nicht auf die katholische Theologie bezog. Das Thema der Bonner Dissertation von Karl Burkardt, "Zacharias Ursinus in seinem Abhängigkeitsverhältnis von Melanchthon" (1925 bei Wilhelm Goeters), nahm H. Klueting mit seinem Artikel "Zacharias Ursinus (1534-1583) im 34. Band der "Theologischen Realenzyklopädie" von 2002 auf.

 Pfr. Dr. theol. Karl Burkardt (Duisburg-Ruhrort 24.11.1902-Wissen/Sieg 01.10.1978). Das Photo wurde im Sommer 1960 in Hohenlimburg aufgenommen.

Ernst Meister (1911-1979), von manchen als "hermetisch" bezeichneter Lyriker - u.a. Träger des Großen Kunstpreises von Nordrhein-Westfalen und des Petrarca-Preises - lebte sehr zurückgezogen im Ortsteil Haspe von Hagen (Westf.). Mit ihm kam H. Klueting als Schüler durch seine Eltern in Kontakt. Mit ihm führte er ein während eines Klinikaufenthaltes des um sein Augenlicht kämpfenden Dichters aufgezeichnetes Gespräch, das in der Schülerzeitung "Unsere Note" des Friedrich-Harkort-Gymnasiums in Herdecke (Ruhr) gedruckt wurde ("Unsere Note" 17, 1966, S. 48-58). Durch ihn kam H. Klueting als Schüler zu frühen literarischen Studien, u.a. über Rainer Maria Rilke ("Unsere Note" 17, 1966, S. 64-70) und zu eigenen lyrischen und prosaischen Versuchen, die teilweise gedruckt wurden ("Unsere Note", Zwischennummer 1967, mehrere Texte). Unter dem Eindruck Ernst Meisters und seiner Lyrik entstand der Wunsch nach einem Studium der Germanistik bzw. der Neueren deutschen Literaturwissenschaft.

Prof. Dr. phil. Christiaan Alphonsus van den Berk (1919-1979). Der niederländische Slavist war - nach seiner Habilitation an der Universität Utrecht über "Y a-t-il un substrat cakavien à Dubrovnik?" Contribution à l'histoire de la langue serbocroata" und der Lehrtätigkeit als o. Professor an der Universität Hamburg sowie als Gastprofessor an der Universität Bordeaux/Frankreich - von 1966 bis zu seiner Rückkehr an die Universität Hamburg im Jahre 1975 Ordinarius für slavische Philologie an der Ruhr-Universität Bochum mit Interessenschwerpunkten bei der  historischen slavischen Akzentologie und der Phonem- und Allophonietheorie und - 1970 Editor des serbischen Alexanderromans -darüber hinaus der süd- und ostslavischen Philologie. Er weckte bei H. Klueting das Interesse am Altrussischen und Altkirchenslavischen sowie an der kyrillischen und glagolitischen Paläographie (→ Abbildung aus den Kiever Manuskripten im Abschnitt "Biographisches"), diskutierte aber auch - er hatte neben Slavistik und Allgemeiner Sprachwissenschaft auch katholische Theologie und Philosophie studiert - über Thomas von Aquin und suchte nach Wegen, den hl. Thomas für die Linguistik fruchtbar zu machen. Er war H. Kluetings erster Doktorvater, der mit ihm mehrere Jahre lang als Hilfskraft in enger persönlicher Beziehung stand, auch wenn er die ihm angebotene Lehrstuhl-Assistentenstelle ausschlug, um nach seiner slavistischen Promotion das Studium in den Fächern Geschichte und Theologie fortzusetzen. Seinem Andenken widmete H. Klueting 1980 seinen Aufsatz "Klosterbibliotheken im Herzogtum Westfalen am Ende des 18. Jahrhunderts" im 7. Band der "Zeitschrift für historische Forschung", der auf einen am 6. Februar 1979 - wenige Tage nach seinem Tod am 30. Januar 1979 - gehaltenen Vortrag zurückging.  

 Prof. Dr. phil. Christiaan Alphonsus van den Berk (Nieuwenhagen/Niederlande 31.01.1919-Hamburg 30.01.1979).

Prof. Dr. phil. Dietrich Gerhardt (*1911), Ordinarius der slavischen Philologie an der Universität Hamburg. Ihm begegnete H. Klueting Pfingsten 1973 im Wohnhaus von Christiaan Alphonsus van den Berk in Holm-Seppensen in der nördlichen Lüneburger Heide, tief beeindruckt von dieser Gelehrtenpersönlichkeit.

Prof. Dr. phil. Ingrid Strohschneider-Kohrs (*1922), Lehrstuhlinhaberin der Neueren deutschen Literaturgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum von 1964 bis zu ihrer Emeritierung 1987, war H. Kluetings Lehrerin im Fach Germanistik und bei seiner ersten Promotion Nebenfachprüferin im Rigorosum. Ihr verdankt er gründliche Kenntnisse der deutschen Literatur von der Barockdichtung bis zum Expressionismus. Von den hohen intellektuellen Anforderungen, die sie in einem heute unvorstellbaren Ausmaß an ihre Studenten stellte, stets beeindruckt und dadurch angezogen, hält er bis heute Kontakt mit der hochbetagt in Gauting bei München lebenden Gelehrten.

Dr. phil. Edeltraud Klueting T.OCarm, M. A. (*1951). Eine Konstante im intellektuellen Leben von H. Klueting bildet das Gespräch mit seiner Ehefrau. 2007 widmete er ihr sein Buch "Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte" mit den Worten: "Vor allem gilt der Dank meiner Frau Dr. Edeltraud Klueting, die als lehrende, forschende und publizierende Mediävistin und Kirchenhistorikerin über die Jahre hin Mitdenkende war und ist. Ihr soll das Buch gewidmet sein". Sie hat Geschichte (Schwerpunkt: Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften), Katholische Theologie, Germanistik und Philosophie studiert, war Stipendiatin der Hochbegabtenförderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes und wirkte mehrere Jahrzehnte lang als Wissenschaftliche Referentin und später als Ltd. Wissenschaftliche Direktorin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, Hauptgeschäftsführerin, als Mitglied im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und in ähnlichen Funktionen und war viele Jahre lang Lehrbeauftragte für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster und zeitweise an der Universität Innsbruck. 2004 entschloss sie sich zum Eintritt in den Karmelitenorden (Tertius Ordo Fratrum Beatae Mariae Virginis de Monte Carmelo) und legte am 27. August 2005 im Kloster Springiersbach an der Mosel Feierliche Profess ab (→ http://edeltraud-klueting.eu).

 Dr. phil. Edeltraud Klueting T.OCarm, M. A.

Prof. Dr. phil Erich Meuthen (*1929). Der prägendste Lehrer in seinem Geschichtsstudium war für H. Klueting weder der Betreuer seiner geschichtswissenschaftlichen Magisterprüfung, Prof. Dr. phil. Leo Haupts (*1927) - zu seinem 65. Geburtstag gab H. Klueting 1992 die Festschrift "Nation, Nationalismus, Postnation. Beiträge zur Identitätsfindung der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert" heraus - , noch der Mentor seiner ersten Habilitation, Prof. Dr. phil. Johannes Kunisch (*1937) - ihm widmete er 1997 zum 60. Geburtstag unter dem Titel "Mirakel Brandenburg" einen Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wie er 2002 zu seiner Festschrift zum 65. Geburtstag den Aufsatz "Grafschaft und Großmacht. Mindermächtige Reichsstände unter dem Schutz des Reiches oder Schachfiguren im Wechselspiel von Großmachtinteressen: Der Weg der Grafschaft Tecklenburg vom gräflichen Territorium zur preußischen Provinz" beitrug - , sondern der Kölner Mediävist und Nikolaus Cusanus-Forscher Erich Meuthen. Ihm verdankt H. Klueting sein Verständnis des Spätmittelalters und seine Sicht auf die Kontinuitäten zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit.

Prof. Dr. phil. Heinz Gollwitzer (1917-1999), Ordinarius der Neueren und Neuesten Geschichte an der Universität Münster von 1957 bis zu seiner Emeritierung 1982. Ihm begegnete H. Klueting in den 1970er Jahren, woraufhin es vor allem nach dessen Emeritierung zu einer zeitweise intensiven Beziehung kam.

Prof. Dr. theol. Johann Friedrich Gerhard Goeters (1926-1996). Seit der ersten Begegnung am 28. Oktober 1977 in Rheda-Wiedenbrück war H. Klueting mit dem Bonner evangelischen Theologen und Kirchenhistoriker verbunden, nach dessen Tod er unter dem - ein Goeters-Briefzitat wiedergebenden - Titel "'So sammle ich weiter. Gerade die dubiose Gegenwartsentwicklung nötigt zur Historie': Johann Friedrich Gerhard Goeters. Doktor und Professor der Theologie (1926-1996). Ein Porträt statt eines Nachrufes" in Band 91 des "Jahrbuchs für Westfälische Kirchengeschichte" von 1997 eine umfassende Würdigung veröffentlichte, nachdem er sich 1991 schon mit einem Beitrag über den Kölner Erzbischof Gebhard Truchseß von Waldburg (1547-1601) an der Festschrift zu seinem 65. Geburtstag beteiligt hatte. Auf H. Klueting geht die Initiative zur Stiftung des "J. F. Gerhard Goeters-Preises" zurück, der 2007 zum vierten Mal von der "Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus" verliehen wurde. J. F. G. Goeters, der in der Evangelischen Kirche im Rheinland ordiniert und ein Sohn des Bonner evangelischen Kirchenhistorikers Wilhelm Goeters war, hatte sich nach seiner theologischen Promotion an der Universität Zürich (Theol. Diss: "Ludwig Hätzer, ca. 1500-1529. Spiritualist und Antitrinitarier. Eine Randfigur der frühen Täuferbewegung", Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte, Bd. 25, Gütersloh 1957) in Bonn mit der Edition des Kurpfalz-Bandes der Evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts (Die Ev. Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts. Hrsg. von Emil Sehling, Bd. 14, Tübingen 1969) als Kirchenhistoriker habilitiert und als Lehrstuhlinhaber in Münster und in Bonn eine große Zahl an Editionen und kirchengeschichtlichen Aufsätzen vorgelegt (teilweise gesammelt in: J. F. G. Goeters, Studien zur niederrheinischen Reformationsgeschichte. Hrsg. von Dietrich Meyer, Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, Bd. 153, Köln 2002).

 Prof. Dr. theol. Johann Friedrich Gerhard Goeters (Bonn 01.04.1926-Bonn 20.08.1996). Das Photo wurde am 29.12.1991 in der Evangelischen Johannes-Kirche in Iserlohn-Hennen aufgenommen.

Prof. D. Dr. theol. Dr. phil. Robert Stupperich (1904-2003). Seit einer ersten Begegnung beim "Tag der westfälischen Kirchengeschichte" am 27. September 1977 in Minden an der Weser war H. Klueting mit dem evangelischen Theologen - ordinierten evangelischen Geistlichen - und langjährigen Ordinarius der Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster verbunden. Von ihm übernahm H. Klueting 1993 in der Historischen Kommission für Westfalen den Vorsitz des Ausschusses für biographische Veröffentlichungen (beibehalten bis zur Zusammenlegung dieses Ausschusses mit einem anderen Ausschuss 2009). Seinem Andenken widmete er 2003 die Druckfassung seiner theologischen Dissertation. Robert Stupperich war u.a. ein hervorragender Erforscher der westfälischen Reformationsgeschichte, der Geschichte der Täufer und der Täuferherrschaft in Münster 1534/35, des Fraterhauses in Herford und des christlichen Humanismus. Von ihm stammen wichtige Arbeiten zu Erasmus von Rotterdam und zu Martin Bucer, aber auch zur Ostkirchenkunde und zur Kirchengeschichte Russlands (darunter zu Filaret Romanov und zu Feofan Prokopovic). In hohem Alter legte er seine monumentale Biographie des Generalsuperintendenten der Kurmark (1925-1933) und evangelischen Bischofs von Berlin (1945-1966) Otto Dibelius (1880-1967) vor ("Otto Dibelius. Ein evangelischer Bischof im Umbruch der Zeiten", Göttingen 1989), dem er in jungen Jahren in Berlin als enger Mitarbeiter verbunden war. 

 Prof. D. Dr. theol. Dr. phil. Robert Stupperich (Moskau 13.09.1904-Münster 04.09.2003).

Prof. Dr. phil. Dr. iur. h. c. Hermann Heimpel (1901-1988). Dem Mediävisten und langjährigen Direktor des Max-Planck-Instituts für Geschichte in Göttingen begegnete H. Klueting 1979 in Göttingen. Unvergesslich ist ihm eine gemeinsame Fahrt durch Mainfranken im Frühjahr 1980, die u.a. nach Wässerndorf führte, wo der 1945 aus dem Berlin der Endkämpfe des Zweiten Weltkriegs geflüchtete Historiker Friedrich Meinecke (1862-1954) "Die deutsche Katastrophe" niederzuschreiben begonnen hatte. Friedrich Meinecke war Gegenstand der Kölner Antrittsvorlesung als Privatdozent, die H. Klueting zum Abschluss seines ersten Habilitationsverfahrens am 7. Februar 1984 in der Kölner Universität unter dem Titel "'Vernunftrepublikanismus' und 'Vertrauensdiktatur': Friedrich Meinecke in der Weimarer Republik" hielt. Die Vorlesung wurde in Band 242 der "Historischen Zeitschrift" von 1986 veröffentlicht.

Prof. D. Dr. theol. Martin Brecht D. D. (*1932), evangelischer Theologe - ordinierter evangelischer Geistlicher - und als Nachfolger Robert Stupperichs bis zu seiner Emeritierung 1997 Ordinarius der Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, war der Betreuer der theologischen (kirchengeschichtlichen) Dissertation von H. Klueting. 2003 erschien die von Christian Peters und Jürgen Kampmann herausgegebene Festschrift "Fides et Pietas" zum 70. Geburtstag von Martin Brecht in der von H. Klueting herausgegebenen Reihe "Historia profana et ecclesiastica", die auch einen eigenen Beitrag von H. Klueting enthält. Martin Brecht ist ein international hervorragender Lutherforscher und ein Pietismusforscher von internationalem Rang. Seine dreibändige Luther-Biographie aus den Jahren 1981 bis 1987 empfiehlt H. Klueting stets seinen Studenten.

 Prof. D. Dr. theol. Martin Brecht D. D. (*Nagold 03.03.1932).

Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Konrad Repgen (*1923). H. Klueting begegnete dem Bonner Historiker Konrad Repgen zuerst 1977 in Münster und danach viele Male. Er ist stolz darauf, der letzte Lehrstuhlvertreter Konrad Repgens an der Universität Bonn gewesen zu sein.

Wien, Habsburgergasse 5. Die Zeit als Habilitanden-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Wien von 1980 bis 1982 mit Wohnung in der Habsburgergasse 5, dem alten Palais Cavriani, gab bei täglicher Arbeit im österreichischen Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA) am Minoritenplatz und in der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) am Heldenplatz bzw. am Josephsplatz viele Möglichkeiten zu Begegnungen mit Stätten Wiener und österreichischer Geschichte, zum Besuch der Oper und der Wiener Buchhandlungen und Antiquariate. Mehr als zehn Jahre früher war in Wien - beim Betrachten von Bildbänden mit russischen Ikonen in der Buchhandlung Wolfrum am Lobkowitzplatz nach vorangegangener Lektüre von Dmitrij Tschizewskijs Büchern "Das heilige Rußland. Russische Geistesgeschichte I: 10.-17. Jahrhundert" (1959) und "Zwischen Ost und West. Russische Geistesgeschichte II: 18.-20. Jahrhundert" (1961) und von Boris Pasternaks "Dr. Schiwago" (deutsch 1958) - der Entschluss zum Slavistikstudium gefallen, der zusätzlich durch das Interesse an der russischen Emigration in dem H. Klueting seit 1966 bekannten Paris nach der Oktoberrevolution, durch die Kenntnis einiger Schriften des seit 1926 in Paris und später in den USA (zuletzt in Princeton) lebenden russisch-orthodoxen Theologen Georges Florovsky (1893-1979) und einiger Gedichte der sowjetischen Lyrikerin Anna Achmatova (1889-1966) in deutscher Übersetzung motiviert wurde. Während diese Studienorientierung im September 1970 zu einer Reise nach Moskau führte, legten die Jahre 1980 bis 1982 in Wien die Grundlage für H. Kluetings spätere Arbeiten zum Josephinismus und zum Verhältnis Österreichs zum Alten Reich im 17. und 18. Jahrhundert.

 Wien I (Innere Stadt), Habsburgergasse 5, ehem. Palais Cavriani.

In seinem Winter in Wien (Reinhold Schneider) 1981/82 las H. Klueting auch das Hauptwerk des Philosophen Hans Blumenberg (1920-1996), "Die Legitimität der Neuzeit" von 1966 in der zweiten Auflage von 1977. Während er dem als Philosophieprofessor in Münster lehrenden Hans Blumenberg persönlich nie begegnete, nahm ihn Blumenbergs Gedanke der "Legitimierung der theoretischen Neugierde" als "geschichtlicher Grundzug der beginnenden Neuzeit" ein. Er wurde darüber als Historiker und Theologe aber nicht zum Anhänger der Philosophie Blumenbergs, sondern sah sich über den Begriff der curiositas zum hl. Augustinus (354-430), der die curiositas in den Lasterkatalog einfügte (Augustinus, Confessiones V,3,4, X,30,41 u. X,35,55), und zum hl. Thomas von Aquin (1225/26-1274) und zu seinem - aristotelischen - omnis scientia bona est (Thomas, In Aristoteles librum de anima sommentarium, Buch I, lect. 1, Nr. 3) geführt. Von dort ergaben sich Verbindungen zum Werk des Wissenschaftshistorikers und Professors der Sorbonne Alexandre Koyré (1892-1964) - seinem Andenken widmete H. Klueting seinen 2005 erschienenen Beitrag "'Entgötterung der Welt durch Gott' oder Religion im naturwissenschaftlichen Zeitalter" - und zu Edith Stein (zu ihr unten!) und zu ihrem 2008 von H. Klueting in seiner Rezension zu Jean Mabillon: "Über das Studium der Mönche" (in: Die Tagespost Nr. 128 vom 23.10.2008, S. 6) zitierten Satz von 1928. - Wien gab dem in einem Museum aufgewachsenen (dazu in diesem Abschnitt oben unter "Schloss Hohenlimburg") H. Klueting aber auch Gelegenheit, die damals zweimal wöchentliche Abendöffnung des Kunsthistorischen Museums für Besuche an jedem Dienstag- und an jedem Donnerstagabend zu nutzen, bevor er in späteren Jahren und bis heute ständiger Besucher der großen Museen von Berlin (Nationalgalerie), Köln (Wallraf-Richartz), London (National Gallery), München (Alte Pinakothek), New York (Metropolitan Museum), Paris (Louvre) und Wien (Kunsthistorisches Museum) und auch ein guter Kenner der vielen Museen Roms, z. B. der Galleria Doria Pamphili an der Piazza del Collegio Romano, wurde. Aber Wien vermittelte H. Klueting, der sein Blechblasinstrumentenspiel wegen Kopfschmerzen (dazu im Abschnitt "Biographisches" unter "Überwundene Beeinträchtigungen") hatte aufgeben müssen und dessen Großmutter Lydia Grabow geb. Grabow (22.06.1890-15.07.1967) in ihrer Jugend an einem Konservatorium Gesang studiert hatte - ihr Klavier in Schloss Hohenlimburg schwieg kaum einen Tag, während ihr Bruder Johannes (John) Grabow (13.09.1892-23.06.1950 in Central Islip, Long Island, New York) als amerikanischer Bürger in den USA der Zwischenkriegszeit ein erfolgreicher Violinvirtuose gewesen war - , nicht nur durch häufigen Besuch der Staatsoper, sondern auch kleinerer Konzerte neue und bleibende Zugänge zur Musik, vor allem zu den Violinkonzerten 1 bis 5 von Wolfgang Amadeus Mozart, zur Klaviermusik Claude Debussys, u. a. "Suite Bergamesque", und zum Cello-Konzert a-moll Hans Pfitzners.    

Während ihn das ihm mit dem Westteil der Stadt seit 1963 gut und mit dem Ostteil, wo es Verwandte gab, flüchtig bekannte und in all den Jahren häufig aufgesuchte Berlin - von den Museen der Stiftung Preussischer Kulturbesitz abgesehen - früher als geteilte Stadt nicht anzog und heute als deutsche Hauptstadt langweilt, hat H. Klueting sehr gern in Wien gelebt und, wann immer er konnte, New York City aufgesucht, wo er u.a. den Spuren seines New Yorker Musiker-Onkels nachspüren konnte. Atlanta, wo H. Klueting als Gastprofessor lehrte (siehe unten), blieb ihm hingegen ebenso fremd wie überhaupt die Südstaaten der USA. Seit 1987 verbringt H. Klueting Jahr für Jahr einige Zeit in Rom (siehe unten: "Das christliche Rom"). Sehr eng ist die Beziehung zu Paris (siehe unten: "Paris, Séminaire des Carmes" und "Paris, Librairie Vrin"), wo der Vater im Zweiten Weltkrieg als deutscher Besatzungssoldat war, um den Sohn später zu lehren, dass Krieg nicht sein darf, am wenigsten Krieg zwischen Deutschen und Franzosen. Da trifft es sich gut, dass die Bahnfahrt vom Hauptbahnhof in Köln zur Gare du Nord in Paris kürzer ist als die Bahnfahrt von Köln nach Berlin.

Prof. Dr. phil. Heinrich Lutz (1922-1986). Während des Forschungsaufenthaltes als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Wien 1980 bis 1982 kam es zum Kontakt mit dem Ordinarius der Geschichte der Neuzeit der Universität Wien, Heinrich Lutz. Ihm verdankt H. Klueting wichtige Perspektiven auf die Geschichte des 16. Jahrhunderts und auf das Werk des französischen Historikers Fernand Braudel (1902-1985).

Prof. Dr. phil. Grete Klingenstein (*1939). Auf H. Kluetings Wiener Zeit geht auch der Kontakt mit der Neuhistorikerin und damaligen Lehrstuhlinhaberin der Universität Graz Grete Klingenstein zurück, der auch den privaten Bereich einbezog. Mit ihr war und ist er im Gespräch über die Geschichte Österreichs im theresianisch-josephinischen 18. Jahrhundert.

Prof. Dr. theol. Dr. phil. h. c. Erwin Iserloh (1915-1996). Dem katholischen Theologen, Priester (seit 1940), Domkapitular (Münster) und Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster von 1967 bis 1983 begegnete H. Klueting seit 1975 im Rahmen des heute nicht mehr bestehenden Historischen Vereins zu Münster und seit seiner Zuwahl 1984 im Rahmen der Historischen Kommission für Westfalen und darüber hinaus auch andernorts. Den Gesprächen mit Erwin Iserloh verdankt H. Klueting einen anderen Blick auf Martin Luther und die Reformation als er ihm von seinen  Lehrern in der evangelischen Theologie vermittelt worden war. So wäre sein zweibändiges Werk "Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte" (Bd. 1: Darmstadt 2007, Bd. 2: Berlin 2009) ohne den Einfluss Erwin Iserlohs kam denkbar gewesen. Hier nur zu nennen ist Erwin Iserlohs "Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss", Paderborn 1980.

  

Domkapitular Prof. Dr. theol. Dr. phil. h. c. Erwin Iserloh (Duisburg 16.05.1915-Münster 14.04.1996).

Prof. Dr. phil. Dr. theol. h. c. Norbert Hinske (*1931). Die Begegnung mit dem Trierer Philosophieprofessor Mitte der 1980er Jahre in Wolfenbüttel verdankt H. Klueting der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts. Norbert Hinske war dem jungen Privatdozenten ein liebenswerter und verständnisvoller Wegweiser und Helfer.

Halle (Saale) / DDR 1982 und 1986. Längere Aufenthalte zu Archivstudien im damaligen Zentralen Staatsarchiv der DDR in Merseburg mit behördlich angewiesener Wohnung in einem Hotel in Halle (Saale) gaben H. Klueting Gelegenheit, Halle auf täglichen abendlichen Fußwanderungen und die Umgebung von Halle und Merseburg auf Fahrten mit dem aus Westdeutschland mitgebrachten Auto kennenzulernen. So vermittelten sich ihm Eindrücke von den Lebensverhältnissen in der damaligen DDR. Dabei gaben die beiden durch vier Jahre getrennten Aufenthalte auch einen Eindruck für den in dieser Zeit eingetretenen, 1986 im Vergleich mit 1982 deutlich wahrnehmbaren Wandel, der das Ende der DDR 1989/90 aber noch nicht erahnen ließ.

Die Schweizer Alpen, das Wallis und der Süden Europas. Seit 1987 ist das Dorf Oberwald im Kanton Wallis (Bistum Sitten / Sion) hoch oben im Tal der Rhône und nahe dem Rhônegletscher Lebensort während langer Sommerwochen und nicht nur Ausgangspunkt alpiner Hochtouren, sondern auch vieler Auto- oder Eisenbahnreisen nach Italien und in den Süden Frankreichs, die das Chalet über Oberwald oft für Tage leer stehen lassen. Dabei ist das Chalet Hurlevent am Hang des Hungerbergs über dem Dorf Oberwald - einem Dorf mit rund 260 ständigen Bewohnern in 1.377 Metern Höhe über dem Meer (am Bahnhof Oberwald der Matterhorn-Gotthard-Bahn) - längst zur zweiten Heimat geworden. Hier entstehen inmitten blumenübersäter Alpenwiesen Bücher, Aufsätze und Vorlesungsmanuskripte; hier werden unter der Sonne des Walliser Sommers in gemeinsamem Studium griechische Kirchenväter gelesen; hier werden auch oft Freunde bewirtet; hier ist ein Ort sommerlichen Glücklichseins, wobei es hoffentlich noch viele Jahre lang bleiben wird.

 Das Chalet Hurlevent über Oberwald im Schweizer Kanton Wallis am Hang des Hungerbergs in etwa 1.400 Metern Höhe über dem Meer.

 Bei der Arbeit an einem Buch auf dem Balkon des Chalets Hurlevent über Oberwald, im Hintergrund das Rhônetal unterhalb des Rhônegletschers - die Stunde vor dem Mittagessen, weil der Tisch auf dem Balkon zur Einnahme des Mittagessens geräumt werden muss; am Nachmittag wird es auf dem Südwesten gehenden Balkon unter der hochsommerlichen Sonne zu warm und oft auch zu windig zum Arbeiten (Hurlevent, französisch für stürmische Höhe), so dass der Abeitsplatz ins Innere des Hauses verlegt werden muss.

Japan 1990. Reise nach Japan auf Einladung des Deutschen Instituts für Japan-Studien in Tokyo, in dessen Vortragssaal H. Klueting am 16.12.1990 auf Deutsch einen Vortrag über Engelbert Kaempfer (1651-1716), die Hexenverfolgungen in Deutschland und die frühe Aufklärung hielt, der danach zweimal in japanischer Übersetzung veröffentlicht wurde. Lange Fußwanderungen durch Tokyo, Gespräche mit dem damaligen Direktor des Deutschen Instituts für Japan-Studien, des Bonner Japanologen Prof. Dr. phil. Josef Kreiner (*1940), Reisen nach Osaka, Kobe und Kyoto und ein mehrtägiger Aufenthalt in einem japanischen Privathaus in Takarazuka bei Kobe vermittelten reiche Eindrücke. Unvergesslich bleibt der 24. Dezember 1990 in Hiroshima.

 Hiroshima, beim Atombombenabwurf am 6. August 1945 zerstörte Kuppel der damaligen Industrie- und Handelskammer (sog. Atombombenkuppel).

Leicester (England) 1991. Mit der leider nur kurzen Lehrtätigkeit an der University of Leicester, an dessen Department of Sociology Norbert Elias (1897-1990), der Verfasser des Werkes "Der Prozeß der Zivilisation", als jüdischer Emigrant aus Deutschland von 1954 bis 1962 gelehrt hatte, erfüllte sich für H. Klueting - nach Studienzeiten an der University of Edinburgh (Scotland) - der Wunsch nach einer Lehrtätigkeit an einer britischen Universität.

Atlanta, Georgia (USA) 1992. Die Gastprofessur an der Emory University vermittelte H. Klueting die Bekanntschaft mit einer hervorragenden amerikanischen Universität, Einblicke in das amerikanische Universitätsleben und Universitätssystem und auf vielen Reisen auch die Kenntnis des Südostens der USA mit den Staaten Georgia, Alabama, South Carolina, Mississippi und Louisiana. Die USA kannte er vorher schon durch Besuche in New York City, New Brunswick (New Jersey), Princeton (New Jersey) und Washington D.C. im Jahre 1988, bevor er 2003 nach Los Angeles kam und außer California auch die Staaten Nevada, Arizona und New Mexico und 2006 Pittsburgh (Pennsylvania) und erneut New York City und Princeton, 2009 wiederum New York City und 2010 Washington D.C. und San Diego (California) besuchte.

Atlanta, Georgia (USA), Zentrum der Südstaaten-Metropole. Das Bild wurde 2002 und somit zehn Jahre nach der Gastprofessur an der Emory University in Atlanta aufgenommen.  

Prof. Derek Beales Ph. D. (*1931), Professor of Modern History at the University of Cambridge and Fellow of Sidney Sussex College. Nachdem H. Klueting den 1987 erschienenen ersten Band der Biographie Kaiser Josephs II. des englischen Historikers 1989 in der "Historischen Zeitschrift" rezensiert hatte, begegnete er Derek Beales erstmals persönlich 1996 in der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest. Daraus entstand eine fruchtbare Beziehung. Im Vorwort seines großen Werkes "Prosperity and Plunder. European Catholic Monasteries in the Age of Revolution 1650-1815" (2003, deutsch: "Europäische Klöster im Zeitalter der Revolution 1650-1815", 2008) dankt Derek Beales neben anderen "Professor Harm Klueting" für Anregungen. Die Verbindung mit Derek Beales machte es möglich, dass H. Klueting seinen Kölner Schüler Torsten Riotte (M. A. in Köln 1999) zur Promotion zum Ph. D. nach Cambridge vermittelte, an dessen feierlicher Promotion H. Klueting am 13. Dezember 2003 in Cambridge teilnehmen konnte.

Prof. Dr. iur. Dr. theol. h. c. mult. Christoph Link (*1933). Dem Erlanger - zuvor in Wien, Salzburg und Göttingen als Ordinarius tätigen - Lehrstuhlinhaber für Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Kirchenrecht und Verfassungsgeschichte begegnete H. Klueting zuerst auf dem 31. Deutschen Rechtshistorikertag Ende September 1996 in Wien - dort hielt er den 1998 im 37. Band der Zeitschrift "Der Staat" publizierten Vortrag "'Quidquid est in territorio, etiam est de territorio'. Josephinisches Staatskirchentum als rationaler Territorialismus" - und danach u.a. im Privathaus des Emeritus in Lingueglietta in Ligurien.

Ulrich Herdieckerhoff (1931-2007), Pastor em. der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Ihm begegnete H. Klueting 1995 bei einer Tagung der Luther-Akademie in Ratzeburg. Ihm verdankt er manche theologische Einsicht und viele Anregungen. Zu den ökumenischen Gottesdiensten, die H. Klueting - damals noch evangelischer Prediger - von 2000-2004 regelmäßig gemeinsam mit dem Dominikanerpater P. Antoninus Walter O.P. in der evangelischen Klinikkirche der Kölner Universitätsklinik hielt, trug Ulrich Herdieckerhoff als anerkannter Kirchenmusiker, der er auch war, als Kantor und Organist bei. Die gedruckte Sammlung von Predigten aus diesen Gottesdiensten, die 2005 unter dem Titel "Auf dem Weg nach Emmaus" erschien, haben wir ihm mit Worten gewidmet, die so enden: "An den beiden letzten Gottesdiensten konnte er nicht mehr teilnehmen, nachdem ihn mehrere Schlaganfälle zum Pflegefall gemacht hatten. Ihm möchten wir diese Predigtsammlung widmen".

Rumänien - Siebenbürgen Der Ruf auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Sibiu / Hermannnstadt in Rumänien - Institutul Teologic Protestant Clui-Napoca - (siehe im Abschnitt "Biographisches" bei "Hochschullehrer der Philosophischen und der Theologischen Fakultät") brachte H. Klueting in Kontakt zu dem ihm bis dahin unbekannten Rumänien und zu der westrumänischen, jahrhundertlang dem Habsburgerreich, dem Kaisertum Österreich bzw. dem Königreich Ungarn als mehr oder weniger autonomes Großfürstentum angehörenden Siebenbürgen und zu dem deutschsprachigen Luthertum der Deutschrumänen oder Siebenbürger Sachsen und zu deren Geschichte und Kultur. Unvergesslich ist ihm der Gottesdienst, den er am 14.04.2002 mit einer Predigt über Hebr 13,20f. in der Burgkirche von Cisnadie (Heltau) halten durfte (siehe im Abschnitt "Kirche" bei "Pastorale Dienste"), unvergesslich auch die Begegnung mit dem dortigen lutherischen Gemeindepfarrer Pfr. Prof. Dr. theol. Stefan Cosoroaba und seiner Familie, der an der Theologischen Fakultät in Sibiu den Lehrstuhl für Praktische Theologie innehatte.  

 Basilika (Burgkirche) zu Heltau (Cisnadie) in Siebenbürgen / Rumänien, vor 1300 errichtete romanische Basilika mit dem Patrozinium der hl. Walburga, Kirchenburg mit dreifachem Wehrmauergürtel nach Türkeneinfall von 1493 angelegt. Im Chor der lutherischen Kirche steht seit 1998 ein Flügelaltar der Werkstatt von Johannes Stoß aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts.  

Das christliche Rom Besondere Anziehungskraft übte seit 1987 und übt auch weiterhin die seit 1987 mehrfach in jedem Jahr aufgesuchte Stadt Rom auf H. Klueting aus, besonders das christliche Rom mit dem Archivio Segreto Vaticano als Studienort, der Benediktinerabtei San Anselmo auf dem Aventin, wo er gern zu Gast ist, und der Chiesa S. Bonaventura in Palatino als stillem Ort der Einkehr. 

 Chiesa S. Bonaventura in Palatino, Roma.

Dr. phil. Edith Stein (Sr. Teresia Benedicta a Cruce OCD) (1891-1942). Als H. Klueting im März 1949 geboren wurde, war die am 9. August 1949 in den Gaskammern von Auschwitz ermordete Edith Stein schon seit mehr als fünf Jahren tot. Eine persönliche Begegnung mit der 1998 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochenen Philosophin und Karmelitin konnte es deshalb nicht geben. Umso intensiver war die intellektuelle und spirituelle Begegnung, die H. Klueting dem Studium des Werkes und des Lebens Edith Steins verdankt. Er hat zu Edith Stein mehrere Arbeiten verfasst, darunter Harm Klueting: Edith Stein und Dietrich Bonhoeffer. Zwei Wege in der Nachfolge Christi. Leutesdorf: Johannes-Verlag 2004 [jetzt Trier: Paulinus]; Harm Klueting: Teresia Benedicta a Cruce. Theologie der Kreuzesnachfolge. In: Joachim Kardinal Meisner (Hrsg.), Edith Stein - Jüdische Christin und christliche Jüdin. Kevelaer: Butzon & Bercker 2006, S. 61-85; Harm Klueting: "Secretum meum mihi". Eine Anmerkung zu Edith Stein. In: Edith-Stein-Jahrbuch 11 (2005), S. 65-75.  

 Sr. Teresia Benedicta a Cruce OCD (Dr. phil. Edith Stein), geb. in Breslau am 12. Oktober 1891, gest. in den Gaskammern von Auschwitz am 9. August 1942, Philosophin, Konvertitin und Karmelitin seit ihrem Eintritt in den Karmel von Köln 1933, heiliggesprochen durch Papst Johannes Paul II. am 11. Oktober 1998. → Anderes Porträtphoto Edith Steins auf der Seite "Kirche"

P. Antoninus Walter O.P. (*1967). Mit dem 18 Jahre jüngeren Dominikanerpater, dem er Anfang 2000 in Köln begegnete, hat H. Klueting - damals noch evangelischer Prediger - von 2000 bis 2004 regelmäßig einmal im Monat einen ökumenischen Gottesdienst für Studenten und Professoren in der evangelischen Klinikkirche der Kölner Universitätsklinik gehalten. Ein Teil der Predigten liegt als Predigtsammlung in Buchform unter dem Titel "Auf dem Weg nach Emmaus seit 2005 gedruckt vor. Aus der Hand des Paters Antoninus empfing H. Klueting nach seinem Übertritt in die römisch-katholische Kirche - am 15. Oktober 2004 in der Klosterkirche St. Andreas des Dominikanerklosters in der Düsseldorfer Altstadt - die Firmung.

 P. Dipl.-Theol. Antoninus Walter O.P.

Dr. phil. Giancarlo Caronello. Dem italienischen Religionsphilosophen, Übersetzer, Herausgeber und Erik Peterson-Forscher begegnete H. Klueting 2005 in Berlin und steht seitdem mit ihm in intensivem Gedankenaustausch.

Karmel St. Josef in Innsbruck Durch seine Frau kam H. Klueting 2003 in Kontakt mit dem Konvent der Teresianischen Karmelitinnen in Innsbruck-Mühlau. Er erfreut sich seitdem sehr häufig der Gastfreundschaft der Innsbrucker Karmelitinnen, für die er auch kirchengeschichtliche Vorlesungen im großen Sprechzimmer des Klosters hält.

 Karmel St. Josef (Karmelitinnenkloster) in Innsbruck-Mühlau.

Paris, Séminaire des Carmes Die beiden Sommer 2004 und 2005 im Séminaire des Carmes in der seit 1967 und auch nach 2005 immer wieder mehrfach im Jahr aufgesuchten Stadt Paris gaben überreiche Gelegenheit zu intensiver Beschäftigung mit dem französischen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts.

 Giebelfront der Chapelle Saint-Joseph-des-Carmes des Séminaire des Carmes (Institut Catholique de Paris) im 6. Arrondissement von Paris, von der rue de Vaugirard aus gesehen.

Paris, Librairie Vrin. Die Buchhandlung "Vrin" an der Place de la Sorbonne ist für H. Klueting seit Jahren ein Ort der Begegnung mit französischer Philosophie, Theologie und Geistesgeschichte. Für H. Klueting, einen gelernten Buchhändler, ist die Buchhandlung "Vrin" in Paris die schönste Buchhandlung der Welt.

 Paris, Place de la Sorbonne. La librairie "Vrin" befindet sich (im Bild nicht sichtbar) auf der linken Seite des Platzes.

Joseph Kardinal Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) als Präfekt der Glaubenskongregation, wie er H. Klueting im Frühjahr 2004 begegnete.

Prof. Dr. theol. Dr. h. c. mult. Joseph Kardinal Ratzinger (*1927), seit 2005 Papst Benedikt XVI. Ihm begegnete H. Klueting, der damals bereits zahlreiche wichtige Schriften von ihm gelesen hatte - auch die "Eschatologie" - , am 15. April 2004 - einen Tag vor seinem 77. Geburtstag - bei einem gemeinsamen Frühstück im Collegio Teutonico di S. Maria in Campo Santo in der Città del Vaticano und gewann dadurch einen Eindruck von der Persönlichkeit des Theologen und Kardinals, der genau ein Jahr später - 19. April 2005 - Papst wurde. Zu Ostern 2009 erhielt er von Papst Benedikt XVI. einen handschriftlichen Gruß, der mit den Zeilen begann: "Sehr geehrter Herr Professor! Herzlichen Dank für Ihren hervorragenden Brief". Im September 2009 las H. Klueting im Collegium Albertinum in Bonn mit großem Gewinn die ursprüngliche Fassung der Habilitationsschrift von Joseph Ratzinger, "Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras", die gerade als Band 2 der "Gesammelten Schriften" erschienen war. Mit ähnlichem Gewinn las er die Dissertation "Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche" (Gesammelte Schriften, Bd. 1) und u. a. auch "Der Geist der Liturgie" (Gesammelte Schriften, Bd. 11). H. Klueting hat sich zustimmend mit dem Appell Benedikts XVI. zur Entweltlichung der Kirche in seiner am 25. September 2011 in Freiburg im Breisgau gehaltenen Rede auseinandergesetzt (H. Klueting, In der Tradition Augustins und Bonaventuras, in: Die Tagespost Nr. 153 v. 23.12.2011, Forum S. 30) und an Benedikts XVI. Hermeneutik des Kontinuität für sein Verständnis des Konzils von Trient (H. Klueting, Tridentinischer Katholizismus - Katholizismus nach dem Konzil von Trient, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 103, 2009, S. 13-26) wie auch für sein Verständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Erklärung "Dignitatis humanae. Über die Religionsfreiheit" angeknüpft (H. Klueting, Das Recht der menschlichen Person auf religiöse Freiheit. Die Erklärung "Dignitatis humanae. Über die Religionsfreiheit" des Zweiten Vatikanischen Konzils vor dem Hintergrund von Profangeschichte und Kirchen- und Theologiegeschichte, in: Signum in Bonum. Festschrift für Wilhelm Imkamp, Regensburg 2011, S. 375-401. Ihn interessiert auch die Rudolf Bultmann-Rezeption in der Theologie Joseph Ratzingers. H. Klueting sieht sich theologisch stark von Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. beinflusst.

Weihbischof em. Dr. theol. Klaus Dick (*27.02.1928). Dem emeritierten Kölner Weihbischof begegnete H. Klueting zuerst am 16. März 2004 im Erzbischöflichen Haus in Köln. Daraus entstand ein andauerndes Gespräch mit dem 1958 bei Gottlieb Söhngen in München über "Das Analogieprinzip bei John Henry Newman und seine Quelle in J. Butlers 'Analogy'" promovierten Theologen. Zum 80. Geburtstag des Weihbischofs am 27. Februar 2008 widmete H. Klueting ihm - anonym - einen Geburtstagsartikel in der Zeitung "Die Tagespost".  

 Weihbischof em. Dr. theol. Klaus Dick, Titularbischof von Guzabeta.

Séminaire de Sion Als Hochschullehrer der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg (Schweiz) fand H. Klueting im Herbst 2008 Aufnahme in die Hausgemeinschaft des Priesterseminars des Walliser Bistums Sitten (Sion) in Givisiez bei Fribourg und begegnete hier dem 20 Jahre jüngeren Regens Dr. theol. Pierre-Yves Maillard - Verfasser des 2001 in Paris erschienenen Werkes "La vision de Dieu chez Thomas d'Aquin. Une lecture de l'In Ioannem à la lumière de ses sources augustiniennes" und jungen, überwiegend französischsprachigen Seminaristen. 

 Priesterseminar des Bistums Sitten in Givisiez bei Fribourg (Schweiz) / Séminaire de Sion à Givisiez chez Fribourg (Suisse)

 

 

 

 

 

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